Grüner Star – medizinisch Glaukom genannt – ist eine Gruppe von Augenerkrankungen, die den Sehnerv dauerhaft schädigen können. Am Grünen Star können ein oder beide Augen betroffen sein. Grüner Star ist eine der häufigsten Ursachen für Erblindung in der Schweiz.
Wir empfehlen, ab dem 40. Lebensjahr regelmässig zur Glaukom-Vorsorge zu gehen – denn das Glaukom verläuft oft jahrelang ohne Beschwerden, während der Sehnerv bereits Schaden nimmt.
Eine Erblindung durch Grünen Star ist heute in den meisten Fällen vermeidbar – dank wirksamer Medikamente und moderner Operationstechniken. Entscheidend ist: Je früher die Diagnose gestellt wird, desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten.
Wie entwickelt sich Grüner Star?
Im Inneren des Auges zirkuliert ständig eine klare Flüssigkeit – das sogenannte Kammerwasser. Es wird laufend produziert, versorgt die Augenlinse mit Nährstoffen und fliesst über feine Kanäle wieder ab. Ist dieser Abfluss gestört, erhöht sich der Augeninnendruck. Dieser erhöhte Druck greift über kurz oder lang den empfindlichen Sehnerv an.
Grüner Star entsteht in aller Regel aufgrund zu hoher Druckverhältnisse im Auge. Es gibt jedoch auch Patienten, bei denen ein Glaukom schon bei normalen Druckverhältnissen entsteht (Normaldruckglaukom).
Typische Symptome
Grüner Star entwickelt sich oft über Jahre, ohne dass Sie etwas merken – weder Schmerzen noch Sehverschlechterung treten zunächst auf. Erst im fortgeschrittenen Stadium werden Symptome spürbar. Allerdings ist auch ein akuter Glaukomanfall möglich, bei dem sich der Augeninnendruck plötzlich extrem erhöht und sofortige ärztliche Hilfe erforderlich ist.
Mögliche Warnsignale sind: schmerzende Augen, Sehstörungen, starker Tränenfluss, gerötete Augen, das Sehen von Lichtkreisen, weite Pupillen, Übelkeit und Erbrechen sowie Kopfschmerzen.
Häufige Formen des Grünen Stars
Die häufigste Form – das primäre Offenwinkelglaukom – entsteht, wenn die Abflusswege für das Kammerwasser mit dem Alter an Durchlässigkeit verlieren. Das sekundäre Offenwinkelglaukom entsteht meist im Zusammenhang mit einer anderen Krankheit, wie beispielsweise Diabetes. Beim Engwinkelglaukom kommt es zu einer plötzlichen Verlegung des Kammerwinkels – dies ist immer ein medizinischer Notfall.
Diagnose
In unserem Augenzentrum stehen moderne Diagnoseverfahren zur Glaukom-Früherkennung zur Verfügung. Dazu gehören: Druckmessung (Tonometrie), Sehnervenbeurteilung (Fundoskopie), Gesichtsfeldmessung (Perimetrie), Kammerwinkelmessung (Gonioskopie) und hochauflösende Bildgebung des Sehnervs (OCT).
Behandlung
Das Ziel jeder Glaukom-Behandlung ist, den Augeninnendruck dauerhaft zu normalisieren und so den Sehnerv zu schützen. Die einfachste Möglichkeit sind drucksenkende Augentropfen, die täglich angewendet werden müssen. Reichen Augentropfen allein nicht aus, können Tabletten, eine Laserbehandlung oder ein operativer Eingriff den Druck wirksam senken.
Vorsorge
Grüner Star ist häufig im Anfangsstadium völlig symptomlos – kein Schmerz, keine Sehverschlechterung gibt Ihnen einen Hinweis. In dieser Zeit wird allerdings bereits der Sehnerv still und stetig geschädigt. Grüner Star wird daher auch als «stiller Dieb der Sehkraft» bezeichnet. Regelmässige Vorsorgeuntersuchungen empfehlen wir besonders bei: Personen ab 40 Jahren, familiärer Veranlagung, Diabetes, Kortison-Therapie, starker Kurzsichtigkeit oder Durchblutungsstörungen.